Newsletter April 2011

als PDF-Datei runterladen
Erfahrungsbericht März 2011.pdf
Adobe Acrobat Document [353.0 KB]
Download
als Word-Datei runterladen
Erfahrungsbericht, März 2011.doc
Microsoft Word Document [4.0 MB]
Download

Erfahrungsbericht - Projekt 3 - Patenschaften an der Manjughoksha-Academy

Liebe Freunde, Sponsoren-/innen und Interessierte unseres Vereins,

 

den vergangenen Monat verbrachte ich in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu und war dort, gemeinsam mit meiner Mutter, als Volontärin an der Manjughoksha-Academy (MA) tätig. Im Folgenden möchte ich Euch einen kleinen Einblick in den Schulalltag, die vorherrschenden Probleme, die zukünftigen Pläne sowie unsere langjährige Aktivität an der MA geben.

Die Manjughoksha-Academy (www.manjughoksha.com): 

Die Schule liegt im tibetischen Viertel (Boudha) der Hauptstadt und wurde 1995 von der Tibeterin Doma Yangki gegründet. Das Ziel der Schule ist es, insbesondere Kindern aus den armen Bergregionen ohne erreichbare Schulen und tibetischen Flüchtlingsfamilien Bildung zu ermöglichen. Die Schule ist eine private Institution und erhält demnach von der nepalesischen Regierung keinerlei Unterstützung. Eine Finanzierung erfolgt durch Spenden und Schulgebühren. Derzeit besuchen rund 370 Kinder die Schule, begonnen von Nursery (vergleichbar mit unserem Kindergarten) bis hin zu Klasse 10. Rund die Hälfte der Kinder lebt an der Schule, da die Elternhäuser in den abgelegenen Himalayagebieten liegen oder zuhause keine ausreichende Ernährung sichergestellt werden kann. Ebenfalls die Hälfte der Schüler wird gesponsert und könnte ohne diese Form der Unterstützung keine Schule besuchen.

 

Der Schulalltag: 

Die Schule beginnt morgens um 09:00 Uhr mit der Schulversammlung und endet nachmittags um 15:30 Uhr. Schon bald nach Schulbeginn hört man aus den Räumen der „Nursery“ und des „Kindergarden“ geträllerte Lieder, gemeinsam aufgesagte englische Buchstaben und erste Sätze. In den Klassen 1 bis 10 werden unter anderem Englisch, Sozialkunde, Geografie, Mathematik oder als Wahlfach Tibetisch unterrichtet. Im Rahmen unserer Volontärstätigkeit übernehmen meine Mutter und ich Unterrichtsstunden von erkrankten oder im Urlaub befindlichen Lehrern. In Englisch schreiben wir Gedichte und pauken Grammatik, in Social Studies besprechen wir nationale wie internationale Probleme und in Stunden, die wir frei gestalten können, analysieren wir die aktuelle Tageszeitung oder versuchen uns als Reporter.

Unsere Aktivität an der Schule (siehe auch: www.himalayaprojekt.org, Projekt 3):

Im Rahmen unserer Vereinstätigkeit konnten wir zwischenzeitlich fast vierzig Patenschaften an der MA vermitteln. Die von uns betreuten Patenkinder besuchen größtenteils die jüngeren Klassen (Kindergarten bis Klasse 2), aber es werden auch ältere Schüler-/innen gesponsert. Eine Schülerin steht derzeit kurz vor dem Examen und wir hoffen, dass sie dieses mit Erfolg abschließt, um danach auf eine weiterführende Schule zu gehen oder eine Ausbildung beginnen zu können. Durch unseren Aufenthalt an der Schule konnten meine Mutter und ich einen tiefen Einblick in den Schulalltag, die administrativen Abläufe der Schulverwaltung und auch die herrschenden Probleme erlangen. Neben dem von uns gehaltenem Unterricht galt unsere besondere Aufmerksamkeit natürlich „unseren“ Patenkindern, mit welchen wir einen gemeinsamen Tagesausflug unternommen, Briefe für die Sponsoren geschrieben, einige der Eltern getroffen, mit den Älteren von ihnen geredet und den Jüngeren gespielt haben. Ich werde den Paten-/innen hierzu einen gesonderten Bericht zukommen lassen.

 

 

Vorherrschende Probleme im Großen wie im Kleinen:

Man kann es nicht beschönigen: Das größte Problem in Nepal stellt die politische Elite des Landes dar. Die Organisation Transparency International rankte Nepal per Korruptionsindex im Vergleich von 173 Ländern auf den unrühmlichen 143. Platz. (Platz 173 betitelt den korruptesten Staat). Dieser Bericht ist nicht dazu gedacht, in die politische Tiefe zu gehen, dennoch dürfte ersichtlich sein, wie schwierig es für private Institutionen wie z. Bsp. Privatschulen ist, die alltäglichsten Bedürfnisse zu sichern. Wasserknappheit und teilweise tagelange Kappung der Wasserleitungen, eine äußerst unregelmäßige und in der Regel nur in der Nacht funktionierende Stromversorgung sowie hohe Inflationsraten bei Lebensmitteln stellen diese vor zunehmende Probleme. Die Lebensqualität wird zusätzlich durch eine schier unerträgliche Luftverschmutzung und ein nur mangelhaft ausgebautes Müllabfuhrsystem reduziert. Es ist nur schwer vorzustellen, welches Gesicht die Stadt, die wie in einem Kessel inmitten sich auftürmender „Hügel“ (in Nepal werden Berge bis hin zu 3000/4000 Meter

schlichtweg „hills“ genannt) liegt, in ein paar Jahren tragen wird. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt und immer mehr Menschen sind mobil, was jedoch nichts über die Umweltstandards der knatterndern, fahrbaren Untersätze sagt.

Wie im Großen fehlt es auch im Kleinen an vielen Dingen. So wären zum Beispiel an der Schule neue Tafeln dringend notwendig. Ebenso sollten die Bettmatratzen für die Internatsschüler bald, spätestens jedoch beim Umzug in das neue Schulgebäude (s.u. „Zukunftspläne“), ausgetauscht werden, da sich zunehmend Bettwanzen breit machen. Einige Eltern sind nicht in der finanziellen Lage, ihren Kindern neue Schuluniformen zu bezahlen. (drei komplette Uniformen für ein Kind vom Schuh bis zur Unterwäsche kosten ca. 80 Euro). Auch hier ist eine Ausstattung der Kinder ohne Spenden nicht möglich.

 

 

Zukunftspläne:

Der wohl größte Zukunftsplan der Schule liegt derzeit im kompletten Schulneubau in einem anderen Viertel der Stadt. Das momentane Gebäude ist aufgrund zu hoher Mieten, einem teilweise baufälligen Zustand und der durch den zunehmenden Verkehr für Kinder gefährlichen Gegend nicht mehr länger tragbar. Der Bau hat bereits im Jahr 2009 begonnen und soll voraussichtlich im September dieses Jahres zu Ende gestellt sein. Die Kosten hierfür werden fast ausschließlich von dem Schweizer Manjushri-Verein (www.manjushri-verein.ch) getragen. Mit der Gründerin des Vereins Melanie Meichle stehe ich in Kontakt und wir tauschen uns bezüglich unserer Aktivitäten regelmäßig aus.

An dem Neubau haben wir uns nur in kleinen Teilen beteiligt. Doch spätestens wenn die neue Schule bezugsfertig, müssten Teile der bisherigen Ausstattung dringend erneuert werden. Die Schultafeln sind kaum mehr zu gebrauchen und die Matratzen werden zusehends von Bettwanzen befallen. Einzelspenden für diesen Bereich sind also herzlich willkommen (Anm.: Spendenbescheinigungen werden erstellt).

Darüber hinaus suchen wir aktuell Paten/innen für 6 Schüler/innen von Nursery bis Klasse 8.

Mein Fazit:

An der Manjughoksha-Academy wird Großes geleistet. Zahlreichen Kindern aus tibetischen Flüchtlingsfamilien sowie aus den ärmsten Regionen des Landes wird hier eine Schulbildung ermöglicht. Dies alles geschieht trotz einer Anzahl von zwischenzeitlich fast 370 Schülern in einem familiären Umfeld. Die Schulleitung lebt an der Schule und kümmert sich um die täglichen Belange ihrer Schützlinge. So zum Beispiel weckt Doma mit ihren über 60 Jahren die Internatsschüler noch jeden Morgen persönlich.

Nach diesem intensiven Einblick in den Schulalltag kann ich unser Engagement an der Manjughoksha-Academy mit noch größerer Überzeugung als zuvor tragen. Diese Feststellung ist auch für mich sehr wichtig, denn in Zeiten von unzähligen Spendenskandalen ist ein kritisches Auge mehr als angebracht. Insofern stehe ich natürlich auch allen kritischen Nachfragen offen gegenüber und werde versuchen, diese zu beantworten.

Zu kritischen Fragen sollen auch die jetzigen Schüler zur rechten Zeit im Stande sein. Ohne Bildung wäre weder kritisches Denken, eine Meinungsbildung noch eine Entwicklung möglich. Deswegen sehe ich persönlich Schulbildung als eines der Grundvoraussetzungen für eine gelungene Zukunft der einzelnen Kinder und in Folge dessen auch für deren Heimatland an. Mit unserem Projekt hoffen wir, hierzu einen kleinen, aber sinnvollen Beitrag leisten zu können.

Ich möchte noch abschließend darauf hinweisen, dass wir in unserem Verein zu 100 % ehrenamtlich arbeiten. Alle weiteren Informationen rund um das Thema „Patenschaften der Manjughoksha-Academy“ findet ihr auf unserer Homepage www.himalayaprojekt.org unter Projekt 3. Natürlich stehe ich auch jederzeit für Rückfragen, am Besten per E-Mail auf miriam.leim@himalayaprojekt.org zur Verfügung.

Vielen Dank für Euer Interesse.

Miriam Leim

Unterstützen Sie uns

wir suchen monatliche Paten für den Schulbus, der die neue Schule außerhalb von Kathmandu anfährt.

Es fehlen noch 50 Euro monatlich.

Bei Interesse bitte bei Miriam Bastug melden.

Vielen Dank

DVD "Magic Mustang"

Die DVD kann bei

Sonja Radix bestellt werden

Newsletter

Aktuelle Informationen zu unseren Projekten senden wir gerne per kostenlosem Newsletter zu.

Aus dem Archiv:

November 2011
Neues von Samar Gompa Proj. 1 und Schulausbau Proj. 3